Kalabarbohne auch Gottesurteilbohne

Gestolpert über: Die Gottesurteilsbohne

Eine Zeichnung/Illustration der Gottesurteilsbohne, auch Kalabarbohne genannt (lat. ‚Physostigma venenosum‘) fiel uns beim Durchsehen unserer Bilder in die Hände. Gottesurteilsbohne? Das klingt dramatisch und ist es auch: Die aus Westafrika/Nigeria stammende Pflanze wurden genutzt, um über Schuld oder Unschuld von Verdächtigten zu entscheiden. Dazu wurde dem Delinquent einer der hochgiftigen Samen verabreicht. Starb er, war seine Schuldigkeit bewiesen. Würgte er nach langer Quälerei die Bohne wieder heraus, galt er als unschuldig. Die Sterbewahrscheinlichkeit lag bei etwa 50 Prozent – gerade richtig, um an den Einfluss höhere Mächte zu glauben. Zumeist reichte bereits die Androhung, die Gottesurteilsbohne zu verabreichen, um ein Schuldgeständnis oder eine Wiedergutmachung herbeizuführen.

Barbarisch? Aber nicht ungewöhnlich

Wem diese afrikanische Praxis barbarisch vorkommt, der werfe einen Blick in die Geschichte. Gottesurteile oder Ordale lassen sich seit 2100 v. Christus im Mesopotamien nachweisen. In Europa wurde bei der sogenannten Hexenprobe wurde eine der Hexerei verdächtige Frau ins Wasser geworfen. Ertrank sie, galt sie als schuldig, der Tod als gerechte Strafe. Überlebte sie, war ihre Ehre wiederhergestellt.

Hexenprobe: Schwur und Wasserprobe
Hexenprobe: Schwur und Wasserprobe
Die Hexenprobe. Nach einem Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert
Die Hexenprobe. Nach einem Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert

 

Links:

Mehr über die Gottesurteilsbohne gibt es bei Wikipedia.

Weitere Zeichnung/Illustrationen von Giftpflanzen gibt es hier und Bilder zu Hexen und zur Hexerei hier.

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